Da steht er also, der Drache. Schuppenlos, kläglich klein und nackt. Was für ein Scheindrache. Er bläht seinen Kehlkopf froschgleich auf und quakt laut in die Welt. So schön waren seine erzählten Geschichten und Märchen! Sie raubten einem den Sinne. Doch er verwandelte sich in die Schlange Kha und umgarnte mich. Nein, manche Märchen sind einfach zu hübsch, als das man nicht in sie hineinfallen möchte. Schon gar nicht wenn sie von weichen blauen Augen wortlos in den Himmel geschrieben werden. Mit Haut und Haaren wollte er mich -nannte mich naiv und schön. Öffnete die Augen und nahm mich in den Arm. Verschlungen wurde ich und aufgefressen.
Nun ertönt ein großer intergalaktischer Rülpser durch mein Haus.
Zu präzise war die Waffenwahl, als das ich hätte entkommen können. Ich sah das Metall aufblitzen im winterlichen Sonnenlicht und war hypnotisiert.
Im Himmel war Jahrmarkt. Das bunte Kleid flatterte und knatterte so schön im Wind. Und die Haare tanzten im Takt der Musik - 6 Wochen lang dauert die Ewigkeit. Unsere Pläne waren unsere Illusionen vom eameschen Glück.
Triste amore. Nun denn warte ich ab, bis das Feuer, das man unter mir legte, mich zu einem kleinen Häufchen Asche verbrennt.
Mit Phönix und Godot sitzte ich am Hafen. Schiffe groß wie Städte ziehen an uns vorbei.
Montag, 10. März 2008
Samstag, 26. Januar 2008
Das Jahr des Drachens
Einen kleinen Biss lang herrscht Verwunderung. Die Wolken, denen ich hinterherschaue, verwandeln sich in funkelnde Drachen. Mit glänzenden, saphierenden Schuppen und Adlerskrallen. Sie schauen mich an. Direkt in die Augen und verhindern, das ich die Flucht antreten kann. Starr vor Aufregungen, wage ich mich einen kleinen Schritt nach vorne; und noch einen. Wundersam strecke ich meine Hand aus. Sanft und doch ängstlich tastend. Was für eine Phantasiegestalt! Wie ist sie nur in mein Leben gedrungen? Wo kam sie herein? Ich wage mich voran. Ich laß mich ein. Das Mantra aus alten Tagen scheint sich zu erfüllen: Ich wage. Ich traue. Es ist ein kleines Jauchzen in meinem Herzen. Das ich nicht werte, bevor ich weiss. Ich lasse zu, trotz aller Ängste und Sorgen. "Ich will" - und nicht "ich möchte". Von dem möglichen Unglück wissend, das dort hinter den Blendwerk lauert und dem Untergang, den es mir bringen kann. Ich fürchte meinen Über-Mut und die mögliche Strafe. Welchen Weg habe ich dort nur eingeschlagen, welche Entscheidungen nicht getroffen? Mich davon gestohlen und mich vergeben. Unklar, warum ich den Weg verlassen habe. Fahre ich noch auf dem Gleis, das ich gewählt habe, erscheint es mir, als begleitete mich dieser Drache stetig und läßt mich nicht aus dem Auge. Als hätte ich ihn beauftragt, ihn gebeten mich nicht allein zu lassen.
Donnerstag, 17. Januar 2008
Kleine Weite.
Blaue Wolken ins Weiß gemalt. Alle Vorkommnisse sind ungewöhnlich klar und einfach. Welche Worte man dafür auch wählt, die Möwen tragen sie kreischend davon. Sie sind wie nasse Fische, die sich befreien und wieder zurück ins Meer wollen. Unfassbar. Der Blick flirrt über die Dächer. Das Blau verschwindet und wird vom Weiß überrannt. Es ist einfach schneller, da oben am Himmel über Hamburg. Schweife ab zum Wasser und zur Elbe. Ein kleines Herzziepen meldet sich vom kleinen Zeh. Es triff meine Sehnsucht mitten ins Herz. Stehe nur so da, und schaue. Über das Wasser. Kräne, Schiffe, Elbstrand. Geniesse die Farben der Stadt und die Geschwindigkeit der Himmelsveränderung. Wenn ich die Augen schliesse stehe ich auf einem der Schiffe. Habe das Gefühl willkommen zu sein, angekommen zu sein. Irgendwie zuhause. Hier.
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Mannometer
Eine Kiste voller Schweinebeine fährt an meinem Fenster vorbei. Mein Blick schweift ab und meine Gedanken wandern hinterher. Ein eigenartiger lichtgrauer Tag lässt den Schweinebeinen die Möglichkeit schattenlos in einer Sezierhalle zu verschwinden. Ihre Schatten sitzen im angrenzenden Anbau. Ob sich die Welt wirklich verändern lässt, wenn man es nur genug versucht? Eine besser Welt. Durch Musik. Durch Bilder. Durch Licht und gute Gedanken.
"I am happy when I get what I want" und "Protect me from what I want." - ein Motto-Tag scheint das heute zu werden. Ich bin Deutschland, und Papst und vor 3 Monaten in der Werbewelt gelandet. Eine Welt, die zu lange Wörter lieber mit Bindestrich schreibt. Also: Werbe-Welt. Lange Wörter zu lesen ist schwierig. Schwierige Wörter sind zu vermeiden. Es bildet sich eine Meinung nach der anderen. Kleine Blasen steigen auf. Sie schillern im Tischlampenlicht und steigen auf. Sie steigen auf, verschwinden durch die Bürodecke und nehmen kleine Teile von mir mit. Der Rest bleibt vor dem Rechner sitzen. Mit dem Blick auf Raben und Möwen und 3,5 Tonnen zertrennte Tiere.
"I am happy when I get what I want" und "Protect me from what I want." - ein Motto-Tag scheint das heute zu werden. Ich bin Deutschland, und Papst und vor 3 Monaten in der Werbewelt gelandet. Eine Welt, die zu lange Wörter lieber mit Bindestrich schreibt. Also: Werbe-Welt. Lange Wörter zu lesen ist schwierig. Schwierige Wörter sind zu vermeiden. Es bildet sich eine Meinung nach der anderen. Kleine Blasen steigen auf. Sie schillern im Tischlampenlicht und steigen auf. Sie steigen auf, verschwinden durch die Bürodecke und nehmen kleine Teile von mir mit. Der Rest bleibt vor dem Rechner sitzen. Mit dem Blick auf Raben und Möwen und 3,5 Tonnen zertrennte Tiere.
Mittwoch, 21. November 2007
Die Problematik des Point of return.
Was soll man da machen, wenn die Unwegsamkeiten des Lebens einen auf einen eigentümlich Pfand zurück führen, den man glücklich hinter sich wähnte? Die schneidenden Winde der Welten trennt die Erfahrung, den Skalp, die Haut ab und legen die Gefühlsstränge offen. Wohin des Weges, Fremder, Weltenbummler? Bist du selbst nach so langer Wanderung nicht bereit, die Menschen einfach an dir vorüberziehen zu lassen? Noch immer bist Du verwundert, das der Kiesweg so uneben ist? Das man sich seinen Weg nicht selbst auswählen kann.
Im Himmel ist kein Jahrmarkt - und hier unten ist Kirmes.
Dauerkartenbesitzer bitte hier entlang
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Freitag, 9. November 2007
Schwirrendes aus Berlin
Wie einem Kreisel
- Ich.
- Ich. Ich. Ich. .... Hören Sie... Höören Sie... Mit den Ohren -
- Hören Sie überhaupt etwas mit den Ohren?
- Das würde mich einmal interessieren. Ob Sie überhaupt etwas hören, mit denen.
- A. ... A. ... A.
- AAAAAAAA. AAAAAAAA. AAAAAAAA. AAAAAAAA. AAAAAAAAaaaaaaaaaabschieben!
- (immer lauter schreiend): ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!
- DRECKSFOTZEN. Jeden Morgen diese Drecksfotzen!
- (wieder lauter schreiend): ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!
Mann, 36, mittellanges braunes Haar, etwas gewellt. Nicht übermäßig gepflegt.
Gelb. Etwas verblaßte Farbe.
Sitzt mit stark gespreitzen Beinen, die den Blick auf zwei Lochnieten zwischen den Schenkeln freigeben.
Ein gelber Stoffriemen spannt diagonal die graumelierte gewebte Jacke.
Trinkt. Trinkt einen gelben Saft aus einer transparenten Trinkflasche. Es ist eine dickliche Flüssigkeit mittlerer Viskosität.
Farblich ist sie abgestimmt auf Stofftasche und Hose.
Der Kopf fällt beim Trinken in den Nacken. Kontinuierlich.
Schluck. Kopf fällt zurück - fällt nach vorn. Schluck. Kopf fällt zurück - fällt nach vorn. Schluck. Kopf fällt zurück - fällt nach vorn.
Zwischenzeitliches überprüfen des Füllstandes unterbricht die Prozedur.
Kopf fällt zurück - der Bodesatz rinnt im Flascheninneren langsam Richtung Mund.
Die Zunge schießt animalisch, an die Zunge einer Kuh erinnernd, in den Flaschenhals und leckt sie von innen aus.
Versucht weiter ins Innere der Flasche vorzudringen und stößt dabei immer wieder ekstatisch in den Hals. Dickes, rotes Fleisch, das den gelben Saft gierig wegschleckt.
Joschka FIscher schreitet energischdurch den Speisewagen der Deutschen Bahn. Kein Streik. Hinter im hetzt eine junge attraktive Dame mit großer Tasche her. Beide verschinden im Abteil der ersten Klasse.
Ich fahre zurück nach Hamburg.
- Ich.
- Ich. Ich. Ich. .... Hören Sie... Höören Sie... Mit den Ohren -
- Hören Sie überhaupt etwas mit den Ohren?
- Das würde mich einmal interessieren. Ob Sie überhaupt etwas hören, mit denen.
- A. ... A. ... A.
- AAAAAAAA. AAAAAAAA. AAAAAAAA. AAAAAAAA. AAAAAAAAaaaaaaaaaabschieben!
- (immer lauter schreiend): ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!
- DRECKSFOTZEN. Jeden Morgen diese Drecksfotzen!
- (wieder lauter schreiend): ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!ABSCHIEBEN!
Mann, 36, mittellanges braunes Haar, etwas gewellt. Nicht übermäßig gepflegt.
Gelb. Etwas verblaßte Farbe.
Sitzt mit stark gespreitzen Beinen, die den Blick auf zwei Lochnieten zwischen den Schenkeln freigeben.
Ein gelber Stoffriemen spannt diagonal die graumelierte gewebte Jacke.
Trinkt. Trinkt einen gelben Saft aus einer transparenten Trinkflasche. Es ist eine dickliche Flüssigkeit mittlerer Viskosität.
Farblich ist sie abgestimmt auf Stofftasche und Hose.
Der Kopf fällt beim Trinken in den Nacken. Kontinuierlich.
Schluck. Kopf fällt zurück - fällt nach vorn. Schluck. Kopf fällt zurück - fällt nach vorn. Schluck. Kopf fällt zurück - fällt nach vorn.
Zwischenzeitliches überprüfen des Füllstandes unterbricht die Prozedur.
Kopf fällt zurück - der Bodesatz rinnt im Flascheninneren langsam Richtung Mund.
Die Zunge schießt animalisch, an die Zunge einer Kuh erinnernd, in den Flaschenhals und leckt sie von innen aus.
Versucht weiter ins Innere der Flasche vorzudringen und stößt dabei immer wieder ekstatisch in den Hals. Dickes, rotes Fleisch, das den gelben Saft gierig wegschleckt.
Joschka FIscher schreitet energischdurch den Speisewagen der Deutschen Bahn. Kein Streik. Hinter im hetzt eine junge attraktive Dame mit großer Tasche her. Beide verschinden im Abteil der ersten Klasse.
Ich fahre zurück nach Hamburg.
Mittwoch, 5. September 2007
Reflexe gehen immer ins Grundsätzliche
Durch die Auflösung von Zeit und Raum entstehen diffuse nicht genau zu bestimmende Orte, deren Existenz schwerlich nachzuweisen ist. Fakt ist jedoch, daß in dem Augenblick, in dem man sich an einem solchen Ort befindet, Dimensionen zu verschieben scheinen und man in den unangenehmen Genus einer Schwerelosigkeit kommt.
Die angenehme Dichte der nächtlichen Schwärze erscheint in solchen Momenten die einzige Rückzugsmöglichkeit aus dem inneren Chaos zu sein. Entrückte Bedürfnisse melden sich quengelnd zu Wort und wollen ein Quentchen Beachtung. Läßt man sie zu lange warten fangen sie an Knoten in die Haare zu flechten und vergällen einem die Magentätigkeit. Zu später Stunde dann gehen sie Hand in Hand mit der nicht vorhandenen Örtlichkeit spazieren und laden ein paar ungebetene Gäste ein/aus.
Die angenehme Dichte der nächtlichen Schwärze erscheint in solchen Momenten die einzige Rückzugsmöglichkeit aus dem inneren Chaos zu sein. Entrückte Bedürfnisse melden sich quengelnd zu Wort und wollen ein Quentchen Beachtung. Läßt man sie zu lange warten fangen sie an Knoten in die Haare zu flechten und vergällen einem die Magentätigkeit. Zu später Stunde dann gehen sie Hand in Hand mit der nicht vorhandenen Örtlichkeit spazieren und laden ein paar ungebetene Gäste ein/aus.
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