Dienstag, 29. Mai 2007
Vertrackt
Wundersam. Da wird man nun bald 40 und ist doch noch immer nicht heimisch geworden in sich. Selbstbewußt löst sich das reflektierende Ich von eben und gründet eine Web 2 community mit dem Ich des anderen. Eigentlich war das schon vergessen, dass es das ja auch noch gibt: Klein, einfach, niedlich, schüchtern. Atemlos und ein wenig gehetzt, wetzt es durch die ganzen vielen Wörter, die es so angesammelt hat in diesem Leben und wundert sich, dass nicht ein einziges gerade wirklich zu passen scheint. Wo sind die alle hin? Diese ganzen vielen Wörter aus dem angeblich aktiven Wortschatz?! Ich habe wirklich überall gesucht. Beim emotionalen Ich - aber das war viel zu aufgeregt und wusste gerade nicht einmal seinen Namen. Das autobiografische saß ganz hinten in einem Sessel am Kamin und erzählte sich kleine Anekdoten. Hasenfüssig wich das Reflektive aus, wie immer in der Angst etwas Falsches zu sagen und damit die eine oder die andere Denkrichtung zu verärgern. Welches Ich ich auch antraf, sie alle schienen auf wundersame Weise überhaupt keine Ahnung zu haben, was mit den Wörtern passiert war, deren ich gerade bedurfte. So langsam schwant mir, dass wenn sich alle meine Ichs so verbrüdern, das nichts gutes heissen kann. Vielleicht habe ich sie gestern verärgert, mit der Behauptung, das nur die Alten die Namen von Bäumen noch wissen. Mit dem Alter ist ja bekanntermassen nicht zu spaßen.
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