Samstag, 26. Januar 2008

Das Jahr des Drachens

Einen kleinen Biss lang herrscht Verwunderung. Die Wolken, denen ich hinterherschaue, verwandeln sich in funkelnde Drachen. Mit glänzenden, saphierenden Schuppen und Adlerskrallen. Sie schauen mich an. Direkt in die Augen und verhindern, das ich die Flucht antreten kann. Starr vor Aufregungen, wage ich mich einen kleinen Schritt nach vorne; und noch einen. Wundersam strecke ich meine Hand aus. Sanft und doch ängstlich tastend. Was für eine Phantasiegestalt! Wie ist sie nur in mein Leben gedrungen? Wo kam sie herein? Ich wage mich voran. Ich laß mich ein. Das Mantra aus alten Tagen scheint sich zu erfüllen: Ich wage. Ich traue. Es ist ein kleines Jauchzen in meinem Herzen. Das ich nicht werte, bevor ich weiss. Ich lasse zu, trotz aller Ängste und Sorgen. "Ich will" - und nicht "ich möchte". Von dem möglichen Unglück wissend, das dort hinter den Blendwerk lauert und dem Untergang, den es mir bringen kann. Ich fürchte meinen Über-Mut und die mögliche Strafe. Welchen Weg habe ich dort nur eingeschlagen, welche Entscheidungen nicht getroffen? Mich davon gestohlen und mich vergeben. Unklar, warum ich den Weg verlassen habe. Fahre ich noch auf dem Gleis, das ich gewählt habe, erscheint es mir, als begleitete mich dieser Drache stetig und läßt mich nicht aus dem Auge. Als hätte ich ihn beauftragt, ihn gebeten mich nicht allein zu lassen.

Keine Kommentare: